Die Schule in Walbeck im Laufe der Zeit

Die erste urkundliche Erwähnung einer Schule in Walbeck findet sich im Protokoll einer Kirchenvisitation vom 26. Oktober 1668. Darin heißt es, dass die Schule fundiert sei und aus Kirchen- und Gemeindemitteln unterhalten wird. Die alte Schule war ursprünglich auf dem Kirchhof an der Stelle der jetzigen Kaplanei.
In den kommenden Jahrhunderten war das Schulwesen in Walbeck immer wieder von Raumnöten geprägt. 1845 wurde an der Hauptstraße ein neues einstöckiges Schulhaus für zwei Klassen gebaut, das bereits vierzehn Jahre später zu klein war, so dass eine dritte und eine vierte Klasse in das van Deelensche Haus an der Hochstraße ausgelagert werden mussten. 1889 wurde auf das Schulhaus ein weiteres Stockwerk aufgesetzt, aber 1902 bestand bereits Bedarf für zwei weitere Klassen. Ein Schulneubau (der heutige Altbau) entstand 1910 - 11 auf dem Schulsteg hinter der alten Schule.

In den Kriegsjahren 1913/14 besuchten 394 Kinder die sechsklassige Schule, das heißt 66 Kinder saßen etwa in jedem Klassenzimmer. Noch mehr zusammenrücken mussten alle, als im 1. Weltkrieg eine Zeitlang zwei Klassenräume mit Militär belegt wurden und nach dem Krieg belgische Besatzungssoldaten den gleichen Platz beanspruchten. Zu Beginn des zweiten Weltkrieges blieben nur zwei Klassenräume für den Unterricht verfügbar, im Jahr 1942 besuchten noch 247 Kinder die Schule.


Ganz geschlossen wurde die Schule vom 2. 9. 1944 bis zum 24. 10. 1945, zunächst war das Dorf wegen des Herannahens der feindlichen Front im Westen evakuiert, später war die Schule durch das englische Militär belegt.
Der englische Premierminister Winston Churchill tagte einige Zeit lang mit seinem amerikanischen Verbündeten General Montgomery in einem Zelt auf dem heutigen Schulhof über ihr weiteres Vorgehen, den 2. Weltkrieg zu beenden.

Nach dem Krieg, 1948 besuchten schließlich 413 Kinder die Schule, neun Schulstellen waren zu der Zeit eingerichtet. Schließlich wurde im Jahr 1958 ein Anbau mit zwei neuen Klassenräumen, Pausenhalle und sanitären Anlagen gebaut, der 1963 um ein Obergeschoss erweitert wurde. Das ganze Dorf einschließlich der Schüler bauten an dem Gebäude mit. Zu dieser Zeit erst erhielt die Schule den Namen „Katholische Volksschule St. Luzia“. Lehrer Kauter erstellte mit Schülern an der Südwand der Schule ein Mosaikbild, das die Namenspatronin zeigt.

1967 wurde das alte Schulhaus an der Hauptstraße, das schon längere Zeit nicht mehr genutzt wurde, abgerissen. Ein Parkplatz entstand auf dem Gelände. Die Lüllinger Kinder der fünften bis achten Jahrgangsstufen kamen jetzt nach Walbeck.

Aus den Volksschulen gingen 1968/69 die Grund- und Hauptschulen hervor. Die „Katholische Volksschule St. Luzia“ wurde nun zur „St. Luzia Grundschule“. 1970 wurde die Lüllinger Schule auch für die 1. bis 4. Jahrgangsstufen geschlossen. Seitdem kommen die Kinder mit dem Schulbus zur St. Luzia Grundschule.

1974 wurde am Prinzensteg ein Gebäude in Fertigbauweise erstellt, das drei Klassen Raum bot. 1995 herrschte bereits wieder akuter Raummangel, diesmal musste eine Klasse in das neugebaute Backhaus der Bärenmühle ausgelagert werden. Am 1953 entstandenen Anbau wurden zwei weitere Klassenräume errichtet. Aber schon 1997 fehlten drei Klassenräume, da die sogenannten „Pavillons“ baufällig wurden. Für zwei Jahre mussten drei Klassen neue Behelfsräume auf dem Parkplatz neben dem Friedhof beziehen. Die alten Pavillons wurden 1998 abgerissen, der große siebenklassige Neubau wurde begonnen und 1999 bezogen.

Das ebenfalls baufällig gewordene alte Hausmeisterhaus vor dem Neubau wurde 2001 abgerissen und machte einer Schulhoferweiterung Platz.

Heute besuchen unsere Kinder eine großzügig angelegte Schule mit wunderschönem Außengelände, einer Turnhalle, zwölf Klassenräumen, drei Ganztagsräumen, einem Mehrzweckraum, einem kleinen Musikraum, einer Küche und einem angemessenen Verwaltungstrakt im Altbau.